Vom S-Bahn-Gleis nach Frankreich:
Die Reise eines Bibers

Alles begann mit einem dramatischen Unfall: Der Biber “Barbara” wurde im Schienenbereich am Türkenfelder Bahnhof von einer S-Bahn erfasst. Dabei wurde ihm die Kelle – so nennt man den flachen Biberschwanz – komplett abgefahren. Schwer verletzt kam das Tier in eine Tierarztpraxis.

Einige Schüler und Schülerinnen der 6. und 8. Klasse waren bei dem Unfall direkt vor Ort und haben sich dort um das Tier bis zum Eintreffen der Tierärztin gekümmert.

Der Biber wurde nach Fürstenfeldbruck gebracht, um dort tiermedizinisch versorgt zu werden, weshalb wir die Gelegenheit nutzten, die Patientin zu besuchen und uns nach ihrem Zustand zu erkundigen.

Die Sorgen um den Biber waren groß, denn die Kelle ist für einen Biber eigentlich lebensnotwendig: Sie dient als Steuerruder beim Schwimmen und als Fettspeicher für den Winter.

Doch die Tierärztin hatte großartige Neuigkeiten, denn Barbara geht es soweit wieder gut und auch die Wunde am Biberschwanz verheilt ordentlich - davon konnten wir uns bei unserem Besuch selbst überzeugen.

Da es dem Biber so gut geht, steht seiner Auswilderung nichts mehr im Weg. Doch er kehrt nicht an die gefährlichen S-Bahn-Gleise zurück. Auf ihn wartet eine ganz besondere Reise:

Er darf nach Frankreich auswandern!

Was wie ein Urlaub klingt, ist ein wichtiges Naturschutzprojekt:

1.     Biber als Entwicklungshelfer: In vielen Regionen Frankreichs waren Biber lange Zeit ausgerottet. Da Biber durch ihre Dämme den Hochwasserschutz und die Artenvielfalt verbessern, werden sie dort wieder aktiv angesiedelt.

2.     Die bayerische Biber-Connection: Bayern hat eine sehr gesunde Biber-Population. Deshalb reisen schon seit Jahren immer wieder bayerische Biber als „Naturschutz-Botschafter“ nach Frankreich, um dort neue Reviere zu besiedeln.

3.     Ein sicheres Paradies: In den französischen Naturreservaten gibt es keine S-Bahnen, sondern nur unberührte, wilde Flusslandschaften. Dort kann unser Biber in aller Ruhe sein neues Leben beginnen.

Das große Interesse und Mitgefühl hat gezeigt, wie wichtig uns der Schutz unserer heimischen Wildtiere ist. Wir wünschen unserem bayerisch-französischen Biber eine gute Reise und ein langes, glückliches Leben im neuen Zuhause!

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